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Last Words 2009

23. Dezember 2009

Und wieder einmal ist es soweit. Ein Jahr neigt sich dem Ende zu, das nächste steht vor der Tür. Zudem ist Weihnachten.

Das Jahresende, diese letzten Dezemberwochen. Sie stellen jedes Jahr aufs Neue eine ganz besondere Zeit dar. Eine besinnliche Zeit. Eine Zeit, in der die Menschen sowohl Vergangenes Revue passieren lassen als auch mit Gedanken, Erwartungen und Hoffnungen bezüglich Künftigem vor dem geistigen Auge spielen. Es ist eine Zeit des Feierns, aber auch des Trauerns. Eine Zeit des Erfolges, aber auch des Scheiterns. Eine Zeit der Liebe, jedoch auch eine Zeit der Zurückweisung. Eine Zeit… Verdammt, wer denkt sich solche Schnulzen aus?! Wir sind hier weder Bei Rosamunde Pilcher noch in den Führungsetagen der deutschen Politik – wobei selbst die geschätzte Jammertal-Kanzlerin und der liebevoll “Bundeshorst” genannte Präsident dieses Entwicklungslandes das noch erträglicher hinkriegen würden. Nun denn, wie auch immer, ganz so schlimm is´ es ja nu´ auch nich´.

Um der langen Vorrede kurzen Sinn zu Tage zu fördern: Auch TK wollen an dieser Stelle einen flüchtigen Blick auf das ein oder andere Ereignis des in Kürze endenden Jahres werfen. Auf Gleichgebliebenes und Veränderungen, auf Höhen und Tiefen.

In diesem Superwahljahr (welch überstrapazierter Begriff…) haben die USA gemeinsam “Yes We Can” skandiert, sich für den “Change” entschieden und mit großem internationalen Beifall einen Schwarzen aus dem demokratischen Lager zum Präsidenten gekürt. First black President. Congratulations USA. Und dann auch noch im selben Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Feine Sache. Und wie steht `s politisch in Deutschland? Siehe oben, “Bundeshorst”, fünf weitere Jahre. Dazu ein Verteidigungsminister von und zu Milchbubi mit einer unüberschaubaren Anzahl an Vornamen, der anscheinend über solch beeindruckende Qualifikationen verfügen muss, dass er mühelos von heute auf morgen das politische Ressort wechseln kann. Ein Außenminister, der der englischen Sprache nicht sonderlich mächtig zu sein scheint. Und eine Kanzlerin – die ebenfalls ihre zweite Amtszeit absitzen darf – an deren Gesichtszügen man den Abschwung des Landes erkennen zu können meint. (By the way: gibt `s den Abschwung noch? Sind wir noch in der Krise?) Und das eigentlich Interessante ist, irgendwer muss diese hochkompetenten Hanseln ja gewollt haben. Wie die Bundestagswahl wohl ausgegangen wäre, hätte Kerkeling/Schlämmer ernsthaft kandidiert… Naja, was auch immer. Man könnte noch etliche Seiten mit dem politischen Geschehen des Jahres volltippen – beispielsweise mit der Abwrackprämie, Bundeswehreinsätzen am Hindukusch, Klimakonferenzen oder Jubiläen wie 60 Jahre BRD, NATO, Volksrepublik China oder 20 Jahre Mauerfall -, jedoch soll dieser Blogeintrag ja nicht als Schlafmittel dienen oder gar die Leselaune in sich zusammenfallen lassen wie das Kölner Stadtarchiv. Damit sei der Politik dann also Genüge getan und wir gehen nahtlos über in die Wirtschaft – vom Regen in die Traufe quasi, oder ist das zu bitter?

Let`s see: Diverse Banken zahlen bereits wieder dekadent hohe Boni, Quelle ist endgültig am Ende und Opel, naja, die Sache könnte wohl bald unter dem Titel “Die Unendliche Geschichte” verfilmt werden… Regie: Peter Zadek. In den Hauptrollen: Bittany Murphy, David Carradine, Monica Bleibtreu, Farrah Fawcett und Patrick Swayze. Theme Song by Michael Jackson. Catch my drift? Ok, zugegeben, ein wenig bitter. Und um das klarzustellen: TK haben trotz spöttelnden Tones keineswegs die Absicht, die Verstorbenen oder trauernde Hinterbliebene zu verhöhnen. (Naja, wenn es um Jürgen Rieger geht, sieht die Sache vielleicht ein wenig anders aus… Der Oktober scheint kein rechtenfreundlicher Monat zu sein: Letztes Jahr Jörg Haider, dieses Jahr die NPD-Größe Rieger.) Insgesamt ist es schon nennenswert, wie viel Prominenz sich in diesem Jahr aus dem irdischen Leben verabschiedet hat. Nicht nur, was den Feuilletonbereich angeht. Mit Adolf Merckle starb ein großer Unternehmer, mit Ralf Dahrendorf verlor die Soziologie einen ihrer vielbeachteten Vertreter. Und die Sportwelt hat durch den Tod Robert Enkes eine ganz neue Dimension der Trauer für sich entdeckt. Zwar gab es 2009 einige große Sport-News – Handball- und Eishockey-WM, Basketball- und Volleyball-EM und etliche weitere Meisterschaften, einen VfB Stuttgart auf Abstiegsrängen, einen Tiger Woods mit Monogamie-Problemen, ein geplatztes und ein stattfindendes Schumacher-Formel-1-Comeback -, allerdings war das Ableben Robert Enkes scheinbar das sportliche “Highlight” des Jahres. Megaevent Tod. Die tragischen Fälle des deutschen Nationaltorhüters und des King Of Pop setzten 2009 so noch nie da gewesene Maßstäbe in punkto medialer Trauervermarktung. Neben den Teilnehmern vor Ort sahen sich Millionen von Fernsehzuschauern diese beeindruckend inszenierten Spektakel an. Zudem hatten die Medien nach Robert Enkes Tod endlich wieder ein neues Thema, auf das sie sich stürzen und welches sie lang und breit ausschlachten konnten: Depression. Nun, da die total überbewertete Schweinegrippe zu diesem Zeitpunkt bereits so nervig geworden war, dass man allein durch dieses Wort selbst schon fast krank wurde, drängte sich das Ausweich-Ausbeutungsobjekt förmlich auf. Von der körperlichen Pein zur geistigen. Wie man die Medien kennt und liebt…

Das wahre mediale Reizthema, das alle Jahre wieder aus den hintersten Ecken der redaktionellen und politischen Abstellkammern hervorgezogen wird, durfte natürlich auch 2009 nicht fehlen. Und bereits in der ersten Hälfte des Jahres bot sich die Möglichkeit, dieses höchst ausführlich in die Köpfe der gewillten Konsumenten zu hämmern. Die Rede ist von den Medien selbst und ihren Gefahren. Den Anlass dazu bot ein Schüler namens Tim. Na, dämmert `s? Genau, irgendwas mit Winnenden, einer Realschule, Wendlingen und insgesamt sechzehn Toten. Hierzu werden wohl keine weiteren Ausführungen nötig sein. Und wem man die Schuld für die ganze Geschichte geben soll? Na, der bösen Musik, den bösen Filmen und selbstverständlich den bösen Computerspielen. Diesbezüglich herrschte recht schnell ein gehöriges Maß an Hassliebe-Konsens in Politik und Medien. Schon beeindruckend, wie Medien gegen die jeweils eigene Branche wettern können – bei gleichzeitiger Beteuerung der eigenen Unschuld. Und dann sogar noch irgendwie eine Übereinstimmung mit politischem Populismus erzielen können in einem Land, in dem es noch keinen regierenden Medienmogul namens Silvio Berlusconi gibt. Oh, nebenbei, dessen Versuch, die Miniatur des Mailänder Doms mit seinem zarten Gesicht zu fangen, hatte was…

Und wieder wie auch immer. Wer weiß, wie lang man sich in Deutschland noch an den Ausgeburten der Pressefreiheit erfreuen und freudig erzürnen kann. Der momentane Clinch zwischen dem hessischen Ministerpräsidenten Koch und dem ZDF-Chefredakteur Brender kann da schon zu denken geben. In Großbritannien ist es derzeit die Bevölkerung, die sich mit dem Fernsehen anlegt. Dort wird den Machern der Casting-Show “The X Factor” gerade auf humorvolle Art die Retortensuppe versalzen. Der diesjährige Sieger der Show, Joe McElderry, wurde wider Erwarten vom Chart-Thron gestoßen. Ausschlaggebend dafür ist eine Internetkampagne, in der dazu aufgerufen wird, anstatt der Elderry-Single den siebzehn Jahre alten Rage Against The Machine-Kulthit “Killing in the Name” zu kaufen. Bisher funktioniert das ziemlich gut. Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Trend international durchsetzt und verbreitet. Und vielleicht 2010 einer Stuttgarter Metalrock-Band den Weg an die Spitze der Charts beschert…

Auch für TK selbst war das Jahr 2009 sehr bedeutsam. Im Dezember des Vorjahres konnte die Band nach längerer Pause endlich wieder vollbesetzt an den Start gehen. Anfang 2009 präsentierten TK sich dann bereits mit neuer Homepage und den ersten Gigs wieder der Öffentlichkeit. Nach einer gelungenen ersten Jahreshälfte musste die Band dann allerdings durch den Ausstieg des damaligen Schlagzeugers erneut pausieren. Es folgte eine mehrmonatige, intensive Drummersuche, nach welcher sich TK dann in den Herbstmonaten des Jahres wieder erfolgreich zurückmelden konnten. Und nun, zum Jahresende, blickt die Band voller Enthusiasmus auf das kommende Jahr und hofft, dass es auch euch so geht.

TK wollen sich an dieser Stelle bei ihren Fans und bei allen anderen bedanken, die die Band 2009 unterstützt und begleitet haben. Thank you all! And also for 2010 TK counts on you!

TK wünschen allseits ein schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und ein steiles Jahr 2010!

Cheerio.

 
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