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Die GEMA…

24. Juni 2009

… oder: Ein schmaler Grat.

Das soll keine Anspielung auf das Kriegsepos “The Thin Red Line” werden. Nein, hier geht es um den Allgemeinplatz des lieben Geldes. Keiner hat welches, jeder will welches haben. Und sollte doch irgendwer mal solches Zeug haben, will er garantiert noch mehr davon. Überspitzt zwar, aber nicht ganz falsch.

Auch die “Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte” ist monetären Mehreinnahmen gegenüber nicht abgeneigt. Darum werden wohl künftig die Zahlungen, die Aufführungsveranstalter an diese Organisation entrichten müssen, steigen. (Begründet wird der Anstieg mit sinkenden Einnahmen aus den Plattenverkäufen und ähnlichen Argumenten.) Diese Entwicklung gibt es in allen Wirtschaftsbereichen, sie ist ziemlich gängig und wird wahrscheinlich niemandem unbekannt sein. Jedoch kursieren bezüglich der von der GEMA vorgesehenen Abgabenerhöhungen äußerst abstruse Zahlen. Von Steigerungen bis zu 600 Prozent ist hier teilweise die Rede. Die Sprecher der besagten Organisation können sich selbstverständlich nicht erklären, wie derart hohe Werte in Umlauf kommen, und distanzieren sich von solchen Angaben. Wer würde das nicht tun… Sei `s drum. Einen genauen Überblick zu bekommen, jetzt, da noch keine konkreten abgabetechnischen Veränderungen vorliegen, wird wahrscheinlich nicht ganz leicht sein. Dies gilt ebenso für die Angaben, die man hinsichtlich der Mitglieder besagter Organisation mitbekommt. Auch diese, also die Urheber, Künstler und Autoren jeglicher Art, Texter und Verleger, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Einwände gegen höhere Tantiemen haben. Allerdings hört man diesbezüglich, dass deren Anteil an den Mehrabgaben der Veranstalter anscheinend verhältnismäßig niedrig ausfallen könnte. Das scheint doch auf den ersten (für mich auch auf den zweiten) Blick einer angemessenen Fairness zu entbehren, oder? Aber, wie gesagt, auch hier wird man es wohl vorerst im besten Fall mit Halbwahrheiten zu tun haben.

Was jedoch nahezu klar und (meiner Meinung nach) ziemlich erschreckend sein sollte, ist, dass einer extremen Abgabenerhöhung ein Rückgang von kleineren Veranstaltungen folgen wird. Kleinere Veranstalter werden mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr das Geld für häufige Veranstaltungen haben oder bewilligt bekommen. Somit: Extreme Abgabenerhöhung gleich weniger kleine Veranstaltungen. Weniger kleine Veranstaltungen gleich seltener Party und weniger Auftrittsmöglichkeiten für aufstrebende Bands (und andere Künstler). Seltener Party und weniger Auftrittsmöglichkeiten für aufstrebende Bands (und andere Künstler) gleich schlecht. Ich hoffe, dieser Schluss ist korrekt und nachvollziehbar.

Naja, bis es konkrete Veränderungen geben wird, wird wohl noch einiges an Wasser einige Gewässer hinunter fließen – vielleicht auch kreuz und quer oder gar hinauf. Zumal bereits eine Petition zu diesem Thema beim Bundestag eingereicht wurde, in der verlangt wird, “dass das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit [...] mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.” (Siehe https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa=details%3Bpetition=4517)

Diese Petition hat die bis zum 17. 07. 2009 verlangten 50 000 Mitzeichner (glücklicherweise, wie ich finde) bereits erreicht. Wäre dies bis zu besagtem Datum nicht der Fall gewesen, hätte sich der Bundestag der Sache nicht angenommen. Nun wird er sich ihr jedoch annehmen müssen. (Yes!) Dennoch können weitere Mitzeichnungen sicher nicht schaden.

Denn: Sollte die GEMA wirklich Veränderungen von oben beschriebener Art und Weise vornehmen, läuft sie Gefahr, auf einem äußerst schmalen Grat zwischen dem Schutz (einem sehr löblichen Anliegen meiner Ansicht nach) von Urheber/Urgehobenem und dem Ruin desselben zu wandeln.

Dieses Geschreibsel darf gern als Ansporn für alle Musik-, Kunst-, Partyinteressierten (naja, eigentlich für jeden) interpretiert werden, sich die Sache zumindest einmal anzuschauen, sich zu informieren und sich Gedanken darüber zu machen.

By the way: TK würden sich freuen, eure Meinung zum Thema zu hören. Was haltet ihr von dem aktuellen Geschehen, wie seht ihr die Zukunft der kleinen Veranstalter, was denkt ihr über die GEMA, den Schutz von Urheber und Urgehobenem, die genannte Petition, das Musikbusiness an sich, …?

 
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